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PLATEAU-TREND

Lift me up!

 

Seit einiger Zeit sieht man wieder Plateau-Schuhe auf den Laufstegen der Mode-Metropolen dieser Welt. Auf Instagram tragen die Stars und Sternchen mit Vorliebe die Schuhe mit den dicken Sohlen. Höchste Zeit uns ein bisschen genauer mit diesem Trend zu beschäftigen. Am besten fängt man immer am Anfang an.

 

Wie eigentlich alle Schuh-Typen haben auch Plateau-Schuhe ihren Ursprung in dem Wunsch des Menschen seine Füße zu schützen. So waren im antiken Griechenland und Rom die Cothurnus anfänglich ein Teil der Schutzausrüstung von Jägern, Reitern und Soldaten. Dabei handelte es sich um eine Mischung aus Stiefel und Sandale, die mit Lederriemen das Bein hinauf geschnürt wurden. Anfangs noch mit einer dünnen Ledersohle ausgestattet, erkannte man bald die Vorteile einer gepolsterten Sohle. Neben besserer Dämpfung und höherem Schutz gefiel den Leuten natürlich auch, dass sie auf einmal größer und mächtiger wirkten. So wenig haben sich die Menschen in den letzten 2.000 Jahren verändert. Diese Eigenheit wurde von Künstlern aufgegriffen und auf die Spitze getrieben. In den Tragödien des antiken Theaters trugen die Darsteller umso höhere Sohlen, desto wichtiger ihre Rolle war.


Die nächste Etappe in der Geschichte der Plateau-Schuhe führt uns in die dunkle Zeit des Mittelalters. Die Straßen und Gassen in den Städten waren damals noch ungepflastert und wohl wirklich ziemlich dreckig. Überall lagen Unrat und die Hinterlassenschaften von Tieren und...ja auch von Menschen. Da wundert es nicht, dass es die reichen Bürger bald Leid waren sich ihre schönen Lederschuhe zu ruinieren. Auf diese Weise kam man auf die Idee der Trippen – eine Art Unterschuh aus Holz. Man hat sich diese Holzschuhe einfach unter die eigentlichen Schuhe geschnallt und konnte sich im wahrsten Sinne vom Dreck der Stadt abheben. Später gab es auch noch Varianten aus Metall, die Patten genannt wurden.


Diese praktische Idee einer Plateau-Sohle wurde in der Renaissance von der Mode aufgegriffen. Vor allem in Spanien und Italien löste die Chopine Begeisterung in der Damenwelt aus. Die Sohlen bestanden aus Kork und waren zu Beginn noch recht bescheidene 10cm hoch. Seinen Höhepunkt fand diese Art Schuh in Venedig gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Sohlen mit einer Höhe von 25 bis 74 Zentimeter waren keine Seltenheit. Die stolzen Trägerinnen waren sogar auf Bedienstete angewiesen, die sie beim Gehen stützen mussten. Dennoch oder gerade deswegen war damals eine Frau mit solchen Schuhen eine Art Sexsymbol. Die Kirche fand diese Mode-Erscheinung natürlich weniger lustig und auch der bravere Norden Europas war nicht besonders angetan.


Nach einem kurzen Aufblitzen in den 1930er Jahren kamen die Plateau-Schuhe wieder so richtig Ende der 60er Jahren und Anfang der 70er im Zuge der sexuellen Emanzipation auf. In den 80ern entdeckte die Fetisch-Szene diese Schuhe für sich und in den 90ern waren sie auf jedem Rave ein Must Have.

Hyper, hyper!

 

Egal ob griechischer Schauspieler, venetianische Kurtisane, verträumter Hippie, Glam Rocker oder Spice Girl - Plateau-Schuhe haben schon immer provoziert. Ein echtes Statement halt. Die Mode entdeckt Plateau gerade wieder für sich. Sandalen, Pantoffel, Sneakers alles wird Plateau und ich kann euch versprechen für Herbst/Winter kommt noch mehr. Lasst uns gespannt sein, wie weit der Trend dieses Mal geht. 


 

 

Vielen Dank und bis bald,

Euer Josef


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